08.02.2021

Chancenwerk e.V. und Ströer – ein Gespräch über die Zusammenarbeit

Chancenwerk e.V. und Ströer – ein Gespräch über die Zusammenarbeit mit Murat Vural, Geschäftsführender Vorsitzender Chancenwerk e.V. und Christian Schmalzl, Co-CEO Ströer SE & Co. KGaA

DOOH-Kampagne bewirbt die Initiative Chancenwerk e.V., die sich für eine faire Chance auf Bildung einsetzt / Angebote zu Bildung, Integration und Teilhabe sind gerade in Zeiten von Distanzunterricht und Homeschooling besonders in die Öffentlichkeit zu tragen

 

Murat, was war der Anlass zur Gründung von Chancenwerk? 

„Bruder, wir müssen was tun!“ 17 Jahre sind vergangen, seit meine Schwester Şerife diese Worte zu mir sagte. Aus der Aufforderung wurde Berufung, Leidenschaft und mittlerweile unsere bundesweit tätige Organisation Chancenwerk e.V. Aktuell kooperiert unser seit 2004 existierender, gemeinnütziger Verein mit rund 90 Schulen in 37 Städten in 11 Bundesländern und unterstützt wöchentlich über 3.600 Schüler*innen auf ihren Bildungswegen „unabhängig vom Geldbeutel“. Angetrieben von unseren eigenen Erfahrungen im deutschen Bildungssystem als Kinder türkischer Gastarbeiter, gestärkt von unseren eigenen erfolgreichen Bildungswegen an der Universität und überzeugt von der Notwendigkeit von Hilfe und Unterstützung, gründete ich mit meiner Schwester Chancenwerk e.V. und mache mich seitdem für eine Chance auf faire Bildung stark. 


Christian, wie kam der Kontakt zu Chancenwerk zustande? 

Ich habe Murat und seine Arbeit im Rahmen einer Veranstaltung kennengelernt. Schnell war klar, dass wir gerne zusammenarbeiten würden. Wir haben gemeinsam überlegt, wie Ströer am besten Support geben kann. Und letztlich waren Themen wie das Erreichen der Öffentlichkeit und die Schaffung von Sichtbarkeit wichtige Hebel, um das Projekt weiter auszubauen. Genau hier können wir mit unserem Kerngeschäft ansetzen, indem wir eine größtmögliche Aufmerksamkeit durch die Reichweite unserer Medien in der Öffentlichkeit erzeugen. 

Wir unterstützen bereits seit vielen Jahren soziale Projekte und Initiativen auf diesem Weg und fokussieren uns auf Themen für Kinder und Jugendliche. Nicht nur deshalb passen Ströer und Chancenwerk hervorragend zusammen.


Murat, welche Themen und Projekte stehen bei Chancenwerk aktuell im Fokus?

Natürlich beeinflusst die COVID-19-Pandemie unsere Bildungsarbeit aktuell sehr stark. Seit rund einem Jahr werden weltweit zahlreiche Haushalte zum Klassenzimmer. Doch am Lernen auf Distanz scheitern leider viele Kinder und Jugendliche. Gründe dafür sind die fehlende Hilfe beim Erledigen der Schulaufgaben durch Zeitmangel, fehlendes Hintergrundwissen oder unzureichende technische Ausstattung der Familien. An diesen Problempunkten setzt Chancenwerk e.V. an. Bereits im ersten Lockdown haben die bei Chancenwerk e.V. angemeldeten Kinder und Jugendlichen ausgedruckte Lernpakete nach Hause gesendet bekommen. Wir dürfen nicht zulassen, dass für diese Kinder am Ende der Pandemie die Bildungsschere noch weiter auseinandergegangen sein wird. Uns ist es sehr wichtig, auch weiterhin für die Familien da zu sein. Das bedeutet aktuell mit Blick auf die kritische Corona-Infektionslage besonders die Unterstützung beim Lernen zu Hause.

Wir haben kürzlich unser Angebot weiter ausgebaut und unterstützen die Schüler*innen in Nordrhein-Westfalen auf professioneller Ebene. So arbeiten wir aktuell an einer Lernplattform namens ChancenCAMPUS, welche vom NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration finanziert wird. Für die Umsetzung der Plattform haben wir einen Anbieter gewonnen. Ströer hilft uns dabei, im Rahmen der Digitalisierung Studierende zu akquirieren.


Christian, wie genau unterstützt Ströer die Initiative Chancenwerk e.V.?

Wir haben uns zusammengesetzt und gemeinsam überlegt, was die Initiative braucht. Auf der einen Seite ist es wichtig, junge Menschen auf das Bildungsangebot aufmerksam zu machen. Aber auch die Eltern und Lehrer sollen von der Arbeit von Chancenwerk und den daraus resultierenden Möglichkeiten erfahren. Gemeinsam haben wir dann an einer Kampagne gearbeitet und spielen diese auf unseren digitalen Außenwerbeflächen aus. Damit erreichen wir die Zielgruppen, die Chancenwerk braucht.


Murat, welche Ziele habt ihr mit der Kampagne verknüpft?

Im Rahmen von aktuell zwei Kampagnen in deutschen Großstädten ging es besonders um zwei Themen: Zum einen stand die Akquise von Studierenden im Fokus, da Chancenwerk regelmäßig Studierende für die Lernförderung sucht. Viele der Studierenden sind Lehramtsstudenten, die bei uns bereits erste Berufserfahrung sammeln können. Da die Schulen während der Pandemie teilweise Wochen und Monate geschlossen sind, benötigt Chancenwerk Studierende, die bundesweit digitale Lernunterstützung anbieten können. Der Vorteil ist, dass sie nicht mehr an einen Einsatzort in einer Schule gebunden sind, sondern zum Beispiel von ihrer Wohnung in Düsseldorf auch einem Kind in München helfen können. Darüber hinaus geht es bei der Kampagne um das Lernförder-Angebot ChancenSCHULE Köln: Seit Beginn des Jahres betreibt Chancenwerk eine ChancenSCHULE in eigens angemieteten Räumen in Köln-Mülheim. Diese sollte mit digitalen Spots besonders im Kölner Umfeld beworben werden, damit Schüler*innen über die neue Schule informiert werden.

 

Mehr Informationen zur Initiative finden Sie hier: https://chancenwerk.de/